Taipei – 6. Juni 2025. Ab dem 1. Juli erhalten aktive Militärangehörige in Taiwan beim Einsteigen in Flugzeuge Vorrang. Das neue Boarding-Privileg gilt an vier internationalen Flughäfen – Taoyuan, Songshan (Taipei), Taichung und Kaohsiung – und ist Teil einer Initiative zur Anerkennung des Dienstes der Streitkräfte.
Verkehrsminister Chen Shih-kai (陳世凱) betonte, die Sicherheit des Landes basiere auch auf der ständigen Einsatzbereitschaft der Streitkräfte. Mit dem Boarding-Vorrang wolle man dieser Leistung öffentlich Anerkennung zollen. Ziel sei es, Militärpersonal nicht nur funktional zu unterstützen, sondern auch gesellschaftlich aufzuwerten. Perspektivisch soll geprüft werden, ob das Programm auf Angehörige ausgedehnt werden kann.
Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) sieht die Maßnahme als sinnvolle Ergänzung seiner jüngsten Reformen. Seit seinem Amtsantritt dürfen Armeeangehörige auch individuell Urlaubsreisen ins Ausland antreten – zuvor war dies nur im Rahmen organisierter Gruppen möglich. Das neue Boarding-Privileg sei ein weiterer Schritt in Richtung mehr Selbstbestimmung und Wertschätzung im militärischen Alltag.
Hinter der Maßnahme steht das politische Ziel, die Attraktivität des Militärdienstes zu erhöhen. Angesichts wachsender Spannungen mit China hat Taiwan zuletzt die Wehrpflicht verlängert und Investitionen in Ausrüstung und Ausbildung massiv ausgeweitet. Die Regierung bemüht sich nun, die gesellschaftliche Wahrnehmung des Militärs positiv zu verändern – durch symbolische Gesten ebenso wie durch bessere Arbeitsbedingungen und zusätzliche Anreize für Freiwillige.