Taipei, 11.06.25 - Der ehemalige taiwanische Präsident Ma Ying-jeou (馬英九) wird vom 14. bis 27. Juni mit einer Delegation der „Ma Ying-jeou Stiftung“ nach China reisen. Er wird unter anderem an dem “Strait Forum” (海峽論壇) in Xiamen (Fujian) teilnehmen sowie an einer Veranstaltung zur Förderung der chinesischen Kultur in Dunhuang. Ziel der Reise ist es, den Austausch zwischen Taiwan und China zu fördern und Brücken für den Dialog zu bauen, wie der Geschäftsführer der Stiftung, Hsiao Hsu-tsen (蕭旭岑), heute erklärte. Ma wolle mit seiner Reise die Bedeutung von Frieden und Dialog unterstreichen und die Stimme derjenigen vertreten, die sich für eine friedliche Zusammenarbeit einsetzen.
Die Reise sorgt jedoch für Kontroversen. Mitglieder der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) kritisierten den Besuch scharf. DPP-Sprecher Justin Wu (吳崢) warnte davor, dass Ma möglicherweise als Teil einer politischen Inszenierung Chinas genutzt werden könnte, um Taiwans Souveränität zu untergraben.Vor allem seine Teilnahme am Strait Forum sei bedenklich, da es seit Jahren als ein Instrument der politischen Einflussnahme Pekings, das darauf abziele, Taiwan zu spalten und zu unterwandern, eingestuft wird. Die DPP forderte Ma auf, die Interessen Taiwans zu wahren und sich nicht an Chinas Propaganda zu beteiligen.
Hsiao wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass es bei der Reise ausschließlich um zivilen Austausch gehe. Ein Treffen zwischen Ma und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sei nicht geplant. Die Ma Ying-jeou Stiftung betonte, dass die Reise ein Zeichen für die Bedeutung von Dialog und Zusammenarbeit sei, um Spannungen in der Region abzubauen.