Taipei, 11.06.25 - Im Stadtrat von Neu-Taipei ist heute über mögliche „Zero-Day-Angriffe“ aus China diskutiert worden. Anlass war die US-amerikanische Politthriller-Miniserie “Zero Day”, die im Februar 2025 durch Netflix veröffentlicht wurde und einen verheerenden Cyberangriff in den USA darstellt. Nun herrscht Sorge, dass China gezielte Angriffe auf Taiwans Schlüssel-Infrastruktur planen könnte, wie es zuvor in einer chinesischen Militärzeitschrift (艦船知識) beschrieben wurde. Bürgermeister Hou You-yi (侯友宜) erklärte, dass mit einem Angriff auf Tamsui Neu-Taipei als erste Verteidigungslinie Taiwans bestehen müsse. Die Stadt hätte bereits Maßnahmen ergriffen, um kritische Infrastruktur wie Stromversorgung, Wasser, Verkehr und Kommunikationsnetze zu schützen.
Laut DPP-Stadtrat Chang Zhen-hao (張錦豪), der aus dem Zeitschriftenartikel zitierte, konzentrieren sich 60 Prozent der kritischen Infrastruktur Taiwans im Norden des Landes. Ein gleichzeitiger Angriff auf drei Haupt-Umspannwerke könnte zu einem großflächigen Stromausfall in ganz Nordtaiwan führen. Als bestmöglicher Zeitpunkt für solche Angriffe wurde ein Werktagnachmittag vor einem Taifuntag genannt, weil die Behörden dann mit Taifunvorbereitungen beschäftigt seien. Hou betonte, dass Neu-Taipei mit über 9.400 Schutzbunkern und regelmäßigen Notfallübungen gut vorbereitet sei, um solche Bedrohungen abzuwehren.
Zusätzlich wurde im Stadtrat die Gefahr einer möglichen Infiltration durch chinesische Netzwerke wie kriminelle Organisationen oder religiöse Gruppen angesprochen. Hou erklärte, dass die Polizei verstärkt gegen organisierte Kriminalität vorgehe und präventive Maßnahmen ergriffen habe. Neu-Taipei habe in den letzten Jahren umfassende Sicherheitsübungen durchgeführt und sei ein Vorbild für andere Regionen Taiwans. Die Stadt bleibe wachsam, um auf mögliche hybride Bedrohungen vorbereitet zu sein.