Taipei – 11.4.2014 – Nachdem Studenten den Plenarsaal in Taiwans Parlament mehr als drei Wochen besetzt hatten, sind am heutigen Freitag erstmals wieder Abgeordnete im Parlament zusammengetroffen. Noch vor der heutigen Sitzung, die nur wenige Minuten dauerte, hatten sich die Parlamentarier darauf verständigt, den Gesetzesentwurf zur Einrichtung eines Kontrollmechanismus für Abkommen mit China zu überprüfen. Insgesamt wurden sieben Versionen des Entwurfs eingereicht, die allesamt überprüft werden sollen.
Parlamentspräsident Wang Jin-pyng, der die Sitzung am heutigen Vormittag um 11 Uhr Ortszeit eröffnete, bedankte sich bei der taiwanischen Bevölkerung für das aufgebrachte Verständnis und die Unterstützung. Er brachte sogleich seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Vorgänge der letzten Wochen die Menschen zum Nachdenken anregten und die Entwicklung des Landes weiter vorantrieben:
„Wir wünschen uns, dass die Gesellschaft noch freundlicher wird. Deshalb sollten wir unsere Streitigkeiten beilegen und gegenseitig Toleranz und Nachsicht üben. Das wäre ein Segen für unser Land und unsere Bevölkerung.“
Auf die Frage, ob man Anklage gegen die Demonstranten erheben wolle, die das Parlament zuletzt besetzt hatten, sagte Parlamentspräsident Wang, dass dies innerhalb des Parlaments noch diskutiert werden müsse. Wie er weiter versichterte, würde man für anstehende Reparaturkosten im Parlamentsgebäude keine Steuergelder verwenden. Nach jetziger Einschätzung seien die Beschädigungen zudem weniger schwerwiegend als zuvor angenommen, so Wang Jin-pyng.