Taipei – 31.1.2014 – Ein kritischer China-Korrespondent der amerikanischen Tageszeitung „The New York Times“, dessen Visum in China kürzlich nicht verlängert worden war, ist heute in Taiwan eingetroffen. Laut Angaben eines taiwanischen Regierungsbeamten, heiße man internationale Medienvertreter in Taiwan stets willkommen. Der Amerikaner Austin Ramzy hatte über sechs Jahre aus Peking berichtet, wurde von den chinesischen Behörden zuletzt jedoch zur Ausreise gezwungen.
Im vergangenen Jahr war Ramzy vom „Time Magazine“ zur „New York Times“ gewechselt. Letztere hatte 2012 über die Reichtümer der Familie des ehemaligen chinesischen Premierministers Wen Jiabao berichtet und China damit verärgert. Die Internetseite der Tageszeitung ist von China aus seither nicht mehr zugänglich. Ramzy ist nun bereits der zweite China-Korrespondent der Zeitung, dessen Visum nicht verlängert wurde.
Laut Medienberichten wird der US-Journalist in der Folgezeit aus Taipei über China berichten. Laut Angaben des taiwanischen Regierungsbeamten habe man von offizieller Seite bisher jedoch noch keinen Antrag für ein Arbeitsvisum des Journalisten erhalten. US-Bürger können sich auch ohne Visum 90 Tage in Taiwan aufhalten.