Taipei – 3. Februar 2014 - Der LKW-Attentäter, der vor einigen Tagen mit seinem Fahrzeug eine Attacke auf das Gebäude des Präsidialamtes Taiwans verübt hatte, darf auf Kaution entlassen werden.
In einer letzten Entscheidung wies Taiwans Oberstes Gericht den Gerichtsentscheid eines niedrigeren Gerichts zurück und kam damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft nach einer Inhaftierung des Attentäters im Vorfeld der Verhandlung nicht nach.
Damit wurde auch der fünfte Versuch der Strafverfolgungsbehörde zu einer Festnahme des Attentäters abgewiesen. Weitere Einsprüche seitens der Staatsanwaltschaft sind damit nicht mehr möglich.
In den ersten beiden Instanzen hatte das Gericht den LKW-Fahrer vorläufig auf freien Fuß gesetzt, in den späteren Entscheidungen eine Kautionsstrafe verhängt, die von USD 5000 dann endgültig auf 10.000 USD angehoben wurde.
Dies war der bisher schwerste von insgesamt vier Attentatsversuchen auf das Gebäude des Präsidialamtes. Die vorigen drei Attentäter wurden alle in Untersuchungshaft genommen.
Der Attentäter druchbrach mit seinem LKW das Eingangstor des Geländes und fuhr damit die Eingangstreppe des Gebäudes hinauf , wobei dessen Eingangstür zerstört wurde.
Der Fahrer wurde bewußtlos und mit Verletzungen, die sich später als Rippenbrüche und einer Lungenverletzung herausstellten, vorgefunden. Andere Personen kamen nicht zu Schaden. Angesichts der Verletzungen sah das Obere Gericht Taipeis keine Fluchtgefahr bei dem Angeklagten.
Präsident Ma Ying-jeou befand sich zum Zeitpunkt der Tat auf einer Auslandsreise.
Der LKW-Fahrer soll vor seiner Tat gegenüber Medien und im Internet vage Andeutungen von seinen Plänen gemacht haben. Als Motiv für das Attentat wird Unzufriedenheit des Beschuldigten über einen Gerichtsentscheid wegen häuslicher Gewalt angenommen.