Taipei – 6.2.2014 – In Taiwan gibt es einen neuen Schulbuchstreit, nachdem das Bildungsministerium zuletzt Änderungen in Geschichtsbüchern vorgenommen hatte, die ab September 2015 landesweit verwendet werden sollen. Nun haben bereits sechs von der oppositionellen DPP regierte Städte und Landkreise erklärt, die neuen Geschichtsbücher zu boykottieren, da deren Inhalte einer „Enttaiwanisierung“ entsprächen.
Laut Wang Tzuo-tai, dem Chefsekretär des Bildungsministeriums, sei die Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan in der Vergangenheit verschönert dargestellt worden. In den neuen Büchern würde die Herrschaftszeit Japans über Taiwan daher als „Kolonialherrschaft“ bezeichnet. Zudem würde in den neuen Geschichtsbüchern von China in Zukunft als „Festlandchina“ gesprochen. Es handele sich bei den Änderungen jedoch keineswegs um eine „Enttaiwanisierung“, sondern vielmehr um eine leichte „Entjapanisierung“, so die Angaben von Wang Tzuo-tai.
DPP-Chef Su Tseng-chang wies in seiner Kritik daruf hin, dass die derzeit verwendeten Geschichtsbücher erst im September letzten Jahres eingeführt worden seien und laut Vorschrift des Bildungsministeriums zunächst sechs Jahre lang gültig sein müssten, bevor Änderungen vorgenommen werden könnten. Die Änderungen der Inhalte seien zudem eine Belastung für Lehrer, Schüler und Eltern, so DPP-Chef Su.