Taipei – 9.5.2014 – Mütter sehen sich in Taiwan bei der Verbindung zwischen Beruf und Familie großem Druck ausgesetzt. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die von einer taiwanischen Internet-Jobbörse durchgeführt wurde. Auf einer Druckskala von 1 bis 100 Punkten gaben die befragten Mütter einen Durchschnittswert von 76 Punkten an. Wenn sie noch einmal wählen könnten, gaben 43 % der Befragten an, würden sie sich gegen eine Heirat und gegen Kinder entscheiden.
Als Hauptgründe, aus denen taiwanische Frauen auch nach der Hochzeit weiter berufstätig bleiben, wurden die Teilung der familiären Verantwortung, die Wahrung der finanziellen Unabhängigkeit und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben genannt. Um mehr Zeit für die Familie haben zu können und beruflich flexibler zu sein, suchten viele Frauen zudem den Weg in die Selbstständigkeit.
Zur Verbesserung des Arbeitsumfelds berufstätiger Mütter, so ein Verantwortlicher der Umfrage, müssten von der Regierung konkrete und effektive Maßnahmen eingeleitet werden. Dies sei umso bedeutender, da Präsident Ma Ying-jeou die niedrige Geburtenrate als eines der Hauptprobleme des Landes bezeichnet habe. Statistisch gesehen verdienen taiwanische Frauen nach der Mutterzeit im Durchschnitt immer noch fast 38 % weniger als jene Frauen, die den Arbeitsmarkt nicht verlassen haben.