Taipei – 15.5.2014 – In Reaktion auf die jüngsten Angriffe auf von Taiwanern geführte Fabriken in Vietnam hat das Kabinett heute eine Arbeitsgruppe gegründet, die heute Nachmittag zum ersten Mal zusammengetroffen ist. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern verschiedener Abteilungen wie dem Außenministerium, dem Verteidigungsministerium und dem Wirtschaftsministerium zusammen.
Nach Angaben von Kabinettssprecher Sun Lih-chyun werde sich die Arbeitsgruppe in der Folgezeit täglich zwei Mal treffen und sich im Anschluss an die Zwischenfälle zunächst um Grundlegendes kümmern: „Das Wichtigste ist, dass wir erst einmal klären, wie groß der Wunsch der taiwanischen Geschäftsleute und der taiwanischen Gemeinschaft überhaupt ist, nach Taiwan zurückzukehren, und wie wir diese Dinge dann handhaben.
Das Aufstellen einer neuen Ölplattform Chinas in einem von Vietnam beanspruchten Seegebiet im Südchinesischen Meer hatte in den letzten Tagen in Vietnam anti-chinesische Proteste ausgelöst, wobei auch von Taiwanern geführte Fabriken, wohl fälschlicherweise, für chinesische Fabriken gehalten worden waren.
Während sich die Lage vor Ort am heutigen Donnerstag weitgehend beruhigt hat, kam es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Zentralvietnam auf einem Fabrikgelände der taiwanischen Formosa Plastics Group erneut zu einem Zwischenfall, bei dem 90 Chinesen verletzt und ein Chinese in Folge eines Hitzschlags gestorben sein soll.
Unterdessen haben taiwanische Fluggesellschaften Flieger bereitgestellt, um in Vietnam befindliche taiwanische Staatsangehörige außer Landes zu bringen, die sich vor Ort nicht mehr sicher fühlen. Im Internet haben vietnamesische Demonstranten für Sonntag bereits weitere Proteste angekündigt.