Taipei – 12. Februar 2014 - Am zweiten Tag seines historischen Besuches in Nanjing rief Minister Wang Yu-chi von der Behörde für Festlandsangelegenheiten (MAC) die chinesiche Seite zu einer Anerkennung der Existenz der Republik China, Taiwans offizielle Bezeichnung, auf. Der MAC ist die wichtigste Regierungsbehörde bei der Gestaltung der Beziehungen mit dem Festland.
Wangs Besuch ist die erste Reise, bei der es zu einem Treffen zwischen Regierungsvertretern Taiwans und Festlandchinas kommt. Bis vor kurzem wurden die Gespräche ausschließlich über semi-offizielle Einrichtungen geführt.
Minister Wang machte seine Aussage am Mittwochmorgen an der Sun Yat-sen Gedächtnisstätte in der chinesischen Stadt Nanjing. Sun Yat-sen ist der Gründervater der Republik China, sowohl die Regierung in Peking als auch die Regierung in Taiwan berufen sich beide bei unterschiedlicher Interpretation auf ihn.
Minister Wang hatte zuvor in der Ehrenhalle der Anlage einen Gedenkkranz niedergelegt, um seinen Respekt für den Vater des modernen Chinas auszudrücken.
„Landesvater Sun Yat-sen gründete in Asien die erste demokratische Republik, die Republik China, die bereits seit 103 Jahren besteht. Die vom Landesvater geschaffenen „Drei Volksprinzipien“ und die „Fünf Verfassungsgewalten“ sind in Taiwan bereits in die Praxis umgesetzt worden. Ich bin überzeugt, das unser verstorbener Landesvater darüber zufrieden wäre.“
Minister Wang Yu-chi wies auf die früher angespannten Beziehungen zwischen Taiwan und dem Festland hin, doch seit dem Jahr 2008 hätten beide Seiten auf der Grundlage des „Konsens von 1992“ Austausch und Kooperation institutionalisiert und damit einen Beitrag zur Förderung von stabilen und friedlichen Beziehungen geleistet.
Für die Zukunft sei es wichtig, der Realität ins Auge zu sehen,sagte Minister Wang.
„Beide Seiten sollten sich der Realtiät stellen und einen pragmatischen Ansatz zur Lösung der Probleme übernehmen, um langwährende, stabile Beziehungen über die Taiwanstraße und die Wohlfahrt der Bevölkerung zu fördern und die Taiwanstraße in eine Straße des Friedens und der Kooperation zu verwandeln.“