Taipei – 16.5.2014 – Nach den kürzlichen anti-chinesischen Protesten in Vietnam und den Angriffen auf taiwanische Fabriken hat Außenminister David Lin heute Vormittag erneut den vietnamesischen Vertreter in Taiwan einberufen. In dem zweistündigen Gespräch unterhielten sich beide über die jüngsten Vorfälle und das weitere Vorgehen in der Sache.
Zur aktuellen Lage vor Ort sagte Vietnams Vertreter Bui Trong Van im Anschluss an das Gespräch vor Pressevertretern: „In Vietnam ist es zu einigen gewalttätigen Aktionen mit Plünderungen und Raubüberfällen gekommen. Wir haben die Situation jetzt unter Kontrolle und haben bereits rund ein Tausend Menschen festgenommen, die Lage stabilisiert sich also langsam. Nun geht es darum, wie wir unsere taiwanischen Freunde möglichst schnell beruhigen können, damit sie weiterhin dort investieren.“
Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag drückte Bui Trong Van sein Bedauern aus und entschuldigte sich für die Verluste taiwanischer Geschäftsleute. Hinsichtlich der Leistung von Kompensationszahlungen machte Vietnams Repräsentant deutlich, dass man sich verantwortungsvoll darum kümmern werde. Zunächst gehe es vor Ort jedoch darum, die Lage weiter zu stabilisieren. Zur Ankündigung weiterer Proteste von Seiten der Demonstranten betonte er, dass es das Wichtigste sei, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Unterdessen erklärte Vize-Wirtschaftsminister Woody Duh, dass man in der Frage von Kompensationen bisher nicht mit anderen Ländern kooperiere. Man berufe sich hingegen zunächst auf ein Investitionsschutzabkommen zwischen Taiwan und Vietnam, das vor 20 Jahren unterzeichnet wurde. Auf der Grundlage des Abkommens wolle man dafür sorgen, dass die taiwanischen Geschäftsleute die Entschädigungen erhielten, die ihnen zustünden. Bei den gewalttätigen Protesten in Vietnam wurden rund 100 taiwanische Fabriken beschädigt. In einigen taiwanischen Fabriken wure die Arbeit wieder aufgenommen.