Taipeh – 17. Mai 2014. Das US-Handelsministerium hat vorläufige Antidumpingzölle gegen Taiwans Stahlhersteller verhängt, da deren Importe zu materiellen Schäden auf dem US-Stahlmarkt geführt hätten. Das gab das Ministerium am Freitag bekannt. Eine endgültige Entscheidung zu den Exporteuren aus Taiwan soll am 3. Oktober fallen.
Am härtesten betroffen ist der in Chungli ansässige Hersteller Leicong, gegen dessen Importe ein Antidumpingtarif von 52,23 Prozent erhoben wurde. Das US-Ministerium begründete sein Vorgehen gegen den Konzern mit dessen Versäumnis, einen Fragenkatalog ausgefüllt zu haben. Auch Taiwans größter Stahlhersteller China Steel sowie weitere Firmen müssen 28,14 Prozent an Antidumpingtarifen zahlen.
Außer gegen Taiwan verhängte das US-Handelsministerium auch Antidumpingzölle gegen Exporteure aus China, Südkorea, Japan, Deutschland und Schweden. Am härtesten bestaft werden Firmen aus China, da sie sich geweigert hätten, dem Ministerium Informationen zukommen zu lassen. Sie sollen 407,52 Prozent an zusätzlichen Zollgebühren zahlen.
Das US-Ministerium hatte nach Klage eines Stahlherstellers aus Ohio im November 2013 mit Untersuchungen gegen Preisschleuderei und Subventionen begonnen. Im März hatten die USA bereits Ausgleichszölle von 6,41 bis 12,82 Prozent gegen mehrere taiwanische Stahlhersteller verhängt. Es ist die erste Untersuchung der US-Regierung seit 27 Jahren, in der taiwanischen Stahlunternehmen vorgeworfen wird, Regierungssubventionen erhalten zu haben.