Taipeh – 24. Mai 2014. Taiwans Justizministerium hat am Samstag eine Entscheidung des britischen Hohen Gerichts begrüßt, laut der ein Brite der Fahrerflucht für schuldig befunden und zu Schadenersatzzahlungen an die Familie des taiwanischen Opfers verurteilt wurde. Der Angeklagte Zain Dean befindet sich derzeit in Haft und wartet auf das Ergebnis eines Auslieferungsverfahrens in Edinburgh.
Am Freitag hatte das Hohe Gericht in London bekannt gegeben, dass Dean bis zu 9 Millionen TWD (220.000 Euro) Schadenersatz zahlen muss, so wie es bereits im Februar 2013 von einem Gericht in Taiwan entschieden worden war. Taiwans stellvertretender Justizminister Chen Ming-tang lobte die Entscheidung als „bedeutend“ und ein „wahres Beispiel von Gerechtigkeit,“ da es der erste Fall in neuerer Zeit sei, in dem ein britisches Gericht die Entscheidung eines taiwanischen Gerichts anerkannt habe.
Dean war im Juli 2012 für den Tod des 31 Jahre alten Huang Chun-te verantworlich gemacht worden. Ein taiwanisches Gericht befand ihn in den Aklagepunkten Alkohol am Steuer, Totschlag und Fahrerflucht für schuldig und veruteilte ihn zu vier Jahren Haft. Mit dem Reisepass eines Freundes hatte Dean Taiwan vor seinem Strafantritt verlassen. In einem separaten Gerichtsverfahren hatte ein Taipeher Gericht der Familie Huangs Schadenersatzforderungen in der Höhe von 7,55 Millionen TWD zugesprochen. Die vom Londoner Gericht bestätigte Summe beinhaltet Zinsen.
Deans Verteidigung hatte argumentiert, dass das Gerichtsurteil aus Taiwan unwirksam sei, da es weder offizielle Beziehungen noch ein gegenseitiges Auslieferungsabkommen zwischen Taiwan und dem Vereinigten Königreich gebe. Die Argumentation ist vom Richter jedoch abgelehnt worden. Dean hat nun 14 Tage Zeit, um gegen die Entscheidung des Gerichts in London Berufung einzulegen. Im Juni wird das Gericht in Edinburgh zudem bekannt geben, ob Dean nach Taiwan ausgeliefert werden soll.