Taipei – 5.6.2014 – Über 1.000 Menschen haben gestern Abend in Taipei den Opfern des Tiananmen-Massakers von 1989 in Peking gedacht. Der gestrige Mittwoch markierte den 25. Jahrestag der gewaltsamen Niederschlagung der damaligen Studentenproteste in Chinas Hauptstadt.
Die Teilnehmer der gestrigen Mahnwache, von denen auch Etliche aus China, Macau und Hongkong kamen, trafen sich am Abend auf dem Platz der Freiheit vor der Nationalen Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle in Taiwans Hauptstadt Taipei. Viele der in schwarz gekleideten Teilnehmer hielten zum Gedenken an die Opfer Kerzen in der Hand und sangen revolutionäre Lieder.
Organisiert wurde die Kerzenwache von mehreren Gruppierungen, darunter die Vereinigung taiwanischer Studenten für die Demokratisierung Chinas. Wie deren Sprecher Henry Kwok im Rahmen der Veranstaltung erklärte, sollten die Verantwortlichen der blutigen Niederschlagung in China zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem wolle man sich für all jene Aktivisten stark machen, die in China inhaftiert worden seien.
In China selbst ist das Massaker von vor 25 Jahren immer noch ein Tabuthema, jegliche Erinnerungen werden politisch unterdrückt. Die genauen Opferzahlen der Niederschlagung sind bis heute nicht bekannt. Unterschiedliche Quellen gehen von einigen Hundert bis mehr als tausend Opfern aus.