Taipei – 12.6.2014 – Präsident Ma Ying-jeou hat die mögliche Auslieferung eines in Taiwan verurteilten Briten als wichtigen Präzedenzfall bezeichnet. Der britische Staatsbürger Zain Dean war 2012 in Taiwan wegen Trunkenheit am Steuer mit Todesfolge zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Noch vor Haftantritt war er jedoch mit einem falschen Pass aus Taiwan in seine Heimat geflüchtet. Gestern hatte ein Gericht in Edinburgh nun für die Auslieferung Zains nach Taiwan geurteilt.
Präsident Ma Ying-jeou brachte am heutigen Donnerstag die Bedeutung des Urteils für Taiwan zum Ausdruck. Zwar handele es sich lediglich um ein Urteil in erster Instanz, gegen das noch Berufung eingelegt werden könne. Dennoch sei es umso bedeutender, da Taiwan und Großbritannien keine offiziellen diplomatischen Beziehungen pflegten.
Er bezeichnete das gestrige Urteil als für Taiwan wichtigen Präzedenzfall der juristischen Zusammenarbeit. Das Urteile belege, dass sich die Regierung in der richtigen Richtung bewege. Zudem würde durch das Urteil deutlich, so Ma weiter, dass andere Länder einem demokratischen Land mit einer unabhängigen Justiz Respekt entgegenbrächten.
Der verurteilte Brite Zain Dean war im Juni 2012 zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden, war jedoch mit dem Pass eines Freundes aus Taiwan geflohen. Im Oktober 2013 wurde er von der schottischen Polizei verhaftet, nachdem Taiwan und Großbritannien zuvor einen Auslieferungsvertrag unterzeichnet hatten. Der Verurteilte selbst hatte nach seiner Flucht wiederholt seine Unschuld beteuert und im Falle einer Rückkehr nach Taiwan die Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gefordert.