Taipei – 28.2.2014 – Taiwan hat heute den 67. Jahrestag zum Gedenken an die Opfer des Zwischenfalls vom 28. Februar 1947 begangen. An jenem Tag und in den Wochen danach waren in Taiwan einst mehrere zehntausend Menschen von den Truppen der regierenden Kuomintang getötet worden, nachdem sie gegen die Regierung protestiert hatten. 16 Monate nach dem Ende der japanischen Kolonialzeit auf Taiwan war der Zwischenfall einer der Hauptursachen für die Verhängung des Kriegsrechts, das erst 40 Jahre später aufgehoben wurde.
Wie Präsident Ma Ying-jeou im Rahmen einer Gedenkveranstaltung betonte, habe er sich in den letzten zehn Jahren wiederholt im Namen der Regierung bei den Opfern des Zwischenfalls und ihren Familien entschuldigt. Zudem seien zum Gedenken an die Opfer Denkmäler errichtet und an die Familien Entschädigungen gezahlt worden.
Präsident Ma sagte im Wortlaut: „Ich werde mich, in welcher Position auch immer, stets um den Zwischenfall vom 28. Februar 1947 und um die Angehörigen der Opfer kümmern. Zudem werden wir mit unserer Regierungspolitik auch weiterhin die Menschenrechte gewährleisten und die Rechtsstaatlichkeit durchsetzen, damit es auf keinen Fall noch einmal zu einem ähnlichen Zwischenfall kommen wird.“
Innerhalb Taiwans war der Zwischenfall lange Jahre ein politisches Tabu. Erst im Jahr 1995 entschuldigte sich der damalige Präsident Lee Teng-hui erstmals im Namen der Regierung bei den Opfern und ihren Familien. Heute ist der 28. Februar gesetzlicher Gedenk- und Feiertag.