Taipeh – 28. Juni 2014. Taipehs Bürgermeister Hau Lung-bin hat während seines Besuchs in Peking am Freitag die „Republik China“, so Taiwans offizieller Name, als einen Konsens aller Taiwaner bezeichnet. Er rief Chinas Regierung dazu auf, ihren guten Willen zu zeigen, indem sie die Bedenken der Taiwaner vor militärischen Bedrohungen zerstreue. Wenn diese Sorgen verringert werden könnten, dann gäbe es zugleich auch weniger Hindernisse in den beiderseitigen Beziehungen, so Hau.
Hau, der sich seit Donnerstag zu einem viertägigen Besuch in Peking befindet, rief während seines Treffens mit dem Vorsitzenden von Chinas Staatskomitee der politischen Konsultativkonferenz, Yu Zhengsheng, auch zu gegenseitigem Respekt und Verständnis auf. Es ist der erste offizielle Besuch Haus in Peking und sein zweites Treffen mit Yu, nachdem sich beide bereits im Jahr 2010 in Shanghai begegnet waren. Yu war damals Ortsvorstand der Kommunistischen Partei Chinas.
Der Taipeher Bürgermeister, der zugleich auch Vizevorsitzender der Regierungspartei Kuomintang (KMT) ist, forderte Peking dazu auf, mehr zu unternehmen um einen guten Eindruck auf die Taiwaner zu machen. Er sprach sich dafür aus, dass die Beziehungen zwischen China und Taiwan auf der Grundlage des „Konsens von 1992“, eines „Ein-China-Rahmens“ und „gegen ein unabhängiges Taiwan“ basieren sollten.
Laut offiziellen Angaben der Taipeher Stadtregierung habe Yu während des 50-minütigen Treffens gesagt, dass Bedenken der Taiwaner gegenüber China nach über 50 Jahren der Feindseligkeiten natürlich seien. Eine Entwicklung der Beziehungen werde mehr Zeit in Anspruch nehmen, sollte aber auf friedlicher Grundlage fußen. Hau habe dem entgegnet, dass jegliche Probleme durch Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und guten Willen gelöst werden könnten. Er brachte auch seine Hoffnungen darüber zum Ausdruck, dass beide Seiten in Zukunft den Studentenaustausch weiter fördern könnten.