Taipei – 8.3.2014 – Nach einem milden Urteil gegen beschuldigtes Militärpersonal zeigte sich die Familie eines im letzten Jahr gestorbenen Wehrdienstleistenden betroffen. Der Taiwaner Hung Chung-chiu war von seinen Vorgesetzten zu hartem körperlichen Training gezwungen worden, weil er ein Fotohandy mit in den Stützpunkt gebracht hatte. Später starb er in Folge eines Hitzschlags.
Ein Gericht in Taoyuan hatte gestern gegen die angeklagten Militärbeamten Gefängnisstrafen von lediglich sechs bis acht Monaten verhängt. Sie wurden wegen Machtmissbrauchs verurteilt. Nach dem Urteilsspruch sprach ein Angehöriger des Opfers von einem dunklen Tag in der taiwanischen Justiz, da der Tod eines Menschen nur eine Gefängnisstrafe von acht Monaten wert sei. Wenn die Menschenrechte innerhalb des Militärs schon nicht eingehalten würden, so der Angehörige weiter, dann seien auch jene im ganzen Land nicht gewährleistet.
Die Familie sei tief enttäuscht, da das Urteil den Erwartungen der Öffentlichkeit und der Angehörigen nicht im Geringsten entspräche. Nach dem milden Urteil stelle sich nun die Frage, ob das Militärpersonal denn nicht an das nationale oder das Militärgesetz gebunden sei. Laut Angaben der Schwester des Opfers wolle man gegen das Urteil Berufung einlegen.