Taipeh – 2. August 2014. Wie Taiwans Wirtschaftsministerium heute bekannt gab, hat es vor, taiwanische Solarzellen-Hersteller in einem Handelsstreit mit den USA zu vertreten. Letzte Woche hatte das US-Handelsministerium Anti-Dumping-Zölle gegen mehrere Firmen verhängt, welche die einheimische Solarindustrie schwer schädigen könnten, so das Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Chang Chia-juch will zunächst schriftlich der US-Seite seine Bedenken gegen die Strafzahlungen vortragen.
Das US-Handelsministerium hatte in einer vorläufigen Entscheidung Strafzölle gegen mehrere taiwanische Solarzellen-Hersteller zwischen 28 und 45 Prozent verhängt. Das Ministerium wirft den Firmen vor, ihre Produkte zu unfair niedrigen Preisen auf dem US-Markt angeboten zu haben. Bereits vor Bekanntgabe der Entscheidung hatte das US-Handelsminsiterium Strafzölle gegen Firmen aus China verhängt.
Die taiwanischen Firmen haben sich daraufhin an das Wirtschaftsministerium gewandt, damit es in der Sache Gespräche auf Regierungsebene mit Washington aufnehme. Aus Juristenkreisen sieht man dem Zustandekommen solcher Gespräche jedoch pessimistisch entgegen. Nach US-Gesetzeslage sind nur Regierungen von Ländern, in denen es keine freie Marktwirtschaft gibt, zur Aufnahme von Regierungsgesprächen berechtigt.
Laut den Angaben von Marktanalysten werden auf dem US-Markt jährlich 20-30 Prozent der Solarzellenexporte aus Taiwan abgesetzt. Eine endgültige Entscheidung des US-Handelsministeriums in dem Fall ist für den 15. Dezember angesetzt.