Taipei – 14.8.2014 – Taiwans Regierung appelliere auch weiterhin an Japan, sich bei den ehemaligen Zwangsprostituierten im japanischen Heer zu entschuldigen und ihnen Entschädigungsleistungen zu zahlen. Dies machte Außenamtssprecherin Anna Kao am heutigen Donnerstag deutlich. Schätzungen zufolge wurden im Zweiten Weltkrieg in der japanischen Armee bis zu 300.000 Frauen und Mädchen mehrerer Länder zur Prostitution gezwungen, darunter auch rund 2.000 aus Taiwan. Die Zwangsprostituierten werden in Japan euphemistisch als „Trostfrauen“ bezeichnet.
Erst im Juni hatte die japanische Regierung in einer Stellungnahme noch mitgeteilt, dass man nicht bestätigen könne, dass Frauen einst zu sexuellen Diensten gezwungen worden seien. Heute wird weltweit dem Leiden der sogenannten Trostfrauen gedacht. Außenamtssprecherin Anna Kao betonte, dass sich der Standpunkt der Regierung in der Sache nicht geändert habe und man die Regierung Japans weiter auffordere, den Frauen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Unterdessen haben Demonstranten heute vor der japanischen Vertretung in Taipei gegen die Haltung der japanischen Regierung protestiert. Von Japan forderten die Demonstranten eine baldige offizielle Entschuldigung für die Vergehen der japanischen Armee sowie die Zahlung von Entschädigungsleistungen.
Ein Sprecher von Amnesty International sagte während der Kundgebung in Taipei, dass seine Organisation die weitere Entwicklung genauestens verfolgen werde. Er machte ferner deutlich, dass in Taiwan wie auch in China immer weniger der Frauen noch am Leben seien. Außerdem machten sich die Demonstranten für die Einrichtung eines Gedenkmuseums stark.