Taiwan und EU halten zweite Runde des Handels- und Investitionsdialogs ab
Taiwan und die Europäische Union haben am 28. April ihre zweite Runde des Handels- und Investitionsdialogs (TID) abgehalten. Dabei wurden vorrangige Sektoren erörtert, von Offshore-Windparks und landwirtschaftlichen Lebensmitteln bis hin zu Maßnahmen zur digitalen Handelserleichterung und sicherheitsrelevanten Aspekten von Handel und Investitionen.
Während des virtuellen Gesprächs erörterten beide Seiten auch ihre jeweiligen Initiativen für einen grünen Übergang, Kohlenstoffpreise und handelsbezogene Klimamaßnahmen, so die Generaldirektion Handel der EU (GD Handel) in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus vereinbarten beide Seiten, Expertengespräche über digitale Handelserleichterungen wie elektronische Rechnungsstellung und elektronische Signaturen zu führen, um die Transaktionskosten zu senken und die wirtschaftliche Effizienz sowohl für die EU als auch für die taiwanischen Unternehmen zu steigern, so die Generaldirektion Handel der EU.
Die Generaldirektion Handel der EU erklärte, beide Seiten begrüßten den technischen Austausch, der seit der ersten TID im vergangenen Jahr zu den Themen Halbleiter, Forschung und Innovation, Screening ausländischer Direktinvestitionen und Ausfuhrkontrollen stattgefunden hat, und vereinbarten, ihr Engagement in all diesen Bereichen fortzusetzen.
TSMC in Dresden?
Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC plant, bis zu 11 Milliarden US-Dollar in eine Chipfabrik in Sachsen, Deutschland, zu investieren. Dies berichtete Bloomberg gestern. Das Projekt sieht vor, dass sich TSMC mit dem niederländischen Chiphersteller NXP Semiconductors, der Robert Bosch GmbH und der Infineon Technologies AG zusammenschließt, um eine Fabrik zur Herstellung von 28-nm-Chips zu bauen, teilte Bloomberg mit. Das Unternehmen wird staatliche Subventionen und ein Budget von mindestens 7,76 Milliarden US-Dollar beinhalten, mit Gesamtinvestitionen von fast 11 Milliarden US-Dollar.
Eine endgültige Entscheidung, ob das Projekt wirklich umgesetzt wird, sei jedoch noch nicht getroffen worden. Dies sagte TSMC-Sprecherin Nina Kao (高孟華), ohne weiter ins Detail zu gehen. NXP, Bosch, Infineon und das deutsche Wirtschaftsministerium lehnten es unterdessen ab, sich zu den Plänen zu äußern.
Allerdings befeuerten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am 2. Mai in Dresden die Gerüchte, bald werde TSMC eine Chipfabrik in der sächsischen Landeshauptstadt bauen. „Bei meinen Gesprächen mit internationalen Investoren habe ich den Eindruck gewonnen, dass dies hier nicht die letzte Investition im Silicon Saxony war“, sagte der Kanzler, bevor er mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und weiteren Ehrengästen symbolisch einen Spaten für die nächste, fünf Milliarden Euro teure Infineon-Fabrik in Dresden präsentierte. Ähnlich äußerte sich kurz darauf Kretschmer. Beide nannten TSMC zwar nicht expressis verbis, für Insider schien aber klar zu sein, wovon sie sprachen.
Um Subventionen der deutschen Regierung zu erhalten, müsste die neue Chipfabrik zunächst von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Wenn das Projekt realisiert wird, wäre die neue Fabrik die erste TSMC-Fabrik in Europa. TSMC erweitert derzeit seine internationale Präsenz mit im Bau befindlichen Fabriken in den USA und Japan.
Erster Spatenstich für Industriepark in Kaohsiung mit 2.400 Arbeitsplätzen
Ende April wurde im südtaiwanischen Kaohsiung der erste Spatenstich für ein neues Industrieparkprojekt gesetzt, das nach seiner Fertigstellung im Jahr 2026 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 2.400 Arbeitsplätze schaffen wird.
Der Industriepark BeiGao im Bezirk Gangshan im Norden Kaohsiungs wird nach Angaben des Wirtschaftsministeriums eine Gesamtfläche von 42,87 Hektar haben.
Die erste Entwicklungsphase soll im Mai mit einer Vermietungskampagne beginnen, um Lieferanten von Metallprodukten, Maschinenbauer und Optoelektronikhersteller anzusprechen. Es wird erwartet, dass die Mieter für diesen Teil des Parks ab September mit dem Bau ihrer Anlagen beginnen werden.
Taiwans IC-Industrie korrigiert Prognose für das 3. Quartal
Halbleiteranalysten berichten, dass die Lagerbestände von Nicht-Apple-Produkten höher waren als erwartet, was darauf hindeutet, dass die IC-Industrie im dritten Quartal einen langsameren Höhepunkt erleben könnte als erwartet, berichtet UDN.
Es wird berichtet, dass Apple den Abbau seiner Lagerbestände beschleunigt und damit die Nicht-Apple-Produkte unter Druck setzt. Normalerweise erreicht die Elektronikindustrie im Mai und Juni ihren Tiefpunkt, bevor sie sich in der zweiten Jahreshälfte wieder erholt.
Der Inflationsdruck schwächt jedoch weiterhin den weltweiten Verbrauch, was viele in der IC-Industrie dazu veranlasst, ihre Erwartungen zu senken. Analysten befürchten nun, dass inländische IC-Designfirmen wie MediaTek, Novatek und Realtek die Hauptlast des Abschwungs tragen werden.



RTI Radio Taiwan International
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