GTO: Handelsvolumen zwischen Deutschland und Taiwan in Q1 bis Q3 nahezu auf gleichem Rekordniveau wie 2022
Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Taiwan ist in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 auf einem sehr hohen Niveau geblieben. Das berichtet das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei. Laut dem Wirtschaftsbüro erreichte das Handelsvolumen 16,9 Milliarden US-Dollar und liegt damit fast auf dem Niveau des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr. Der Wert für den gleichen Zeitraum des Jahres 2022 betrug 17,0 Milliarden US-Dollar. Die Importe aus Deutschland stiegen um 3,5 Prozent und beliefen sich auf 10,7 Milliarden US-Dollar. Zu den wichtigsten Importgütern gehörten Fahrzeuge und Transportausrüstung (2,4 Mrd. US$), Chemikalien (2,1 Mrd. US$) und Maschinen (2,0 Mrd. US$). Die Exporte nach Deutschland gingen im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum um 6,9 % zurück und beliefen sich auf 6,2 Mrd. US$. Informations- und Kommunikationsprodukte (1,6 Mrd. US$), Teile von elektronischen Produkten (1,4 Mrd. US$) sowie unedle Metalle und Waren daraus (0,6 Mrd. US$) waren die wichtigsten Exportgüter nach Deutschland. Auch im internationalen Vergleich erweist sich der deutsch-taiwanische Handel als außerordentlich widerstandsfähig. Andere wichtige Handelspartner wie Südkorea (-23,2 %), China (-21,8 %), Japan (-14,7 %) und die Vereinigten Staaten (-9,0 %) verzeichneten von Januar bis September 2023 deutliche Rückgänge im Handelsvolumen.
CIER senkt BIP-Prognose auf 1,38 Prozent
Das Chung-Hua Institut für Wirtschaftsforschung (CIER) senkte seine Prognose für Taiwans Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 1,38 Prozent. Das Institut begründete dies mit der schwächelnden globalen Nachfrage, sagte aber, dass es dank der zunehmenden Anwendung neuer Technologien ein Licht am Ende des Tunnels gebe. Das Wachstum von 1,38 Prozent liege 0,22 Prozentpunkte unter der vorherigen Schätzung von 1,6 Prozent vom Juli, so das in Taipeh ansässige Chung-Hua Institut für Wirtschaftsforschung. Es werde jedoch erwartet, dass Taiwan in der Ära nach COVID-19 immer noch einen soliden Inlandsverbrauch haben werde, der die Auswirkungen des Exportrückgangs ausgleicht, so das Forschungsinstitut.
Wirtschaftsministerin: Offshore-Windkraft entscheidend für Taiwans grüne Energie
Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua (王美花) unterstrich, dass Taiwans Plan für die Entwicklung der Offshore-Windenergie vorausschauend sei, insbesondere deshalb, weil die großen taiwanischen Unternehmen auf Verlangen ihrer Kunden ihre Produkte in naher Zukunft zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien herstellen müssen. In einem von den lokalen Medien Mirror Media veranstalteten Offshore-Windkraftforum wies Wang als Beispiel auf Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. hin. Das Unternehmen habe zwar kürzlich angekündigt, sein Ziel, seine Energie zu 100% aus erneuerbaren Energien für alle weltweiten Aktivitäten zu gewinnen, schon auf 2040 vorzuziehen, statt auf 2050, wie das Unternehmen zunächst versprochen hatte. Aber ihre Kunden verlangen bereits für 2030 100 Prozent erneuerbare Energien für ihre Produkte". Da Kernenergie derzeit nicht als erneuerbar gilt, hätte das Unternehmen Schwierigkeiten gehabt, grünen Strom zu beziehen, wenn Taiwan nicht vor einigen Jahren die Entwicklung der Windenergie beschleunigt hätte, unterstrich Wang.
Dresdens Bürgermeister wünscht sich Integration von TSMC-Fabrik in EU-Automobilindustrie
Pläne von Taiwans Chiphersteller TSMC, eine Fabrik in Dresden zu bauen, könnten dazu beitragen, das Unternehmen in die Lieferkette der europäischen Automobilindustrie zu integrieren. Dies äußerte der Bürgermeister der Stadt, Dirk Hilbert, in einem Gespräch mit der taiwanischen Nachrichtenagentur CNA. TSMC hat sich grundsätzlich für die Errichtung seines ersten Werks in Europa entschieden, obwohl es Bedenken hinsichtlich Fachkräftemangel, Arbeitskräfteproblemen und staatlicher Subventionen gebe. Bürgermeister Dirk Hilbert sagte, das Halbleiterprojekt sei die größte Einzelinvestition im Land Sachsen und in seiner Hauptstadt Dresden. Er hoffe, dass viele lokale Unternehmen Zulieferer von TSMC werden könnten. Anfang 2021 kämpfte der deutsche Automobilsektor mit einem Mangel an Halbleitern, was zu Investitionsanfragen an TSMC führte. Die Automobilindustrie sei nun an einem entscheidenden Wendepunkt angelangt, an dem Elektronik und Chips wichtigere Elemente als Verbrennungsmotoren geworden seien, so Hilbert. Führende deutsche Automobilhersteller wie Volkswagen, Porsche und BMW, würden Fabriken in der Region betreiben. Die zukünftige Präsenz von TSMC könne zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Chip-Herstellern, Auftragsherstellern und ihren Kunden führen.



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