Nach Zahlen der Industrievertretung World Forum Offshore Wind waren in Taiwan Ende 2013 ingesamt 613 MW Offshore-Windkraftanlagen in Betrieb. Damit liegt Taiwan zwar weit hinter Deutschland, welches eine über 13 mal höhere Offshore-Windkraftkapazität hat. Dennoch ist Taiwan in den weltweiten Top10, was Offshore-Windenergie angeht.
In den vergangen Monaten gab es aber einiges an Trubel, denn die Europäische Union hatte Ende Juli 2024 bei der Welthandelsorganisation WTO ein Streitbeilegungsverfahren angefragt. Sie warf Taiwan vor, die taiwanischen Lokalisierungsanforderungen im Offshore-Wind Ausschreibungsverfahren würden gegen die WTO Regeln verstoßen.
Unter diesen Regelungen mussten Projektentwickler sich zu einem Minimum an Komponenten aus taiwanischer Herstellung bekennen, um an Offshore-Ausschreibungen teilnehmen zu können. Zudem konnte der Grad der Lokalisierung bei gleichwertigen Angeboten ausschlaggebend sein. Die erfolgreichen Bieter waren verpflichtet, den zugesagten Grad der Lokalisierung im Bau und Betrieb der Projekte zu erreichen. Bei Zuwiderhandlung drohten Vertragsstrafen. Mittlerweile wurden die Lokalisierungsanforderungen gelockert.
Wie es dazu kam, welche Auswirkungen die Lokalisierungspolitik hatte, und wie die Zukunft der Offshore-Windkraft in Taiwan aussieht, darüber redet Juliane mit David Chiang vom World Forum Offshore Wind.


RTI Radio Taiwan International
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