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Folge 11 - Made in the Chenghua Reign of the Great Ming Empire

  • 01-02-2023
Kleiner Museumsbesuch
Doucai polychrom glasierte Porzellantasse mit Hühnermotiv, Ming-Dynastie (1465-1487) © National Palace Museum
Kleiner Museumsbesuch
Doucai polychrom glasierte Porzellantasse mit Hühnermotiv, Ming-Dynastie (1465-1487) © National Palace Museum

Doucai polychrom glasierte Porzellantasse mit Hühnermotiv, Ming-Dynastie (1465-1487), Regierungszeit Kaiser Chenghua (1465–1487), Höhe: 4 cm, Durchmesser: 8,3 cm, Durchmesser Sockel: 3,7 cm, Copyright © National Palace Museum

 

In unserer Serie „Kleiner Museumsbesuch“ stellt Ihnen Anna Bittner in jeder Folge ein Exponat aus dem Nationalen Palastmuseum vor. Beim letzten Mal, in der 10. Folge, haben wir uns mit den beiden berühmtesten Kunstwerken aus der Sammlung beschäftigt, dem Jadekohl und dem Fleischstein. Heute geht es um Porzellan und um eine neue Technik, dieses zu dekorieren.

Diese Technik ist eine Doucai Technik, was polychrom bemaltes Porzellan bezeichnet, und wurde während der Ming-Dynastie unter der Herrschaft des Kaisers Chenghua (成化, Chénghuà) entwickelt. Chenghua regierte von 1464 bis 1487. Bis in die Mitte seiner Regierungszeit wurde die Produktion von blau-weißem Porzellan der Ming-Dynastie immer weiter verbessert. Mit der Doucai Technik, mit der auch die Hühnertassen, um die es heute geht, bearbeitet wurden, wurden zunächst die Konturen in kobaltblauen Pigmenten auf die unglasierte Keramik aufgetragen. Anschließend überzog man die Tassen mit einer durchsichtigen Glasur und brannte sie bei einer hohen Temperatur. Im nächsten Schritt konnten verschiedene Farben in die Konturen hinzugefügt werden, die wiederum bei niedrigerer Temperatur, ungefähr bei 800 Grad Celsius, gebrannt wurden. Mit diesen kombinierten Prozessen konnten die polychromen Bemalungen verfeinert werden. 

Unsere kleinen Hühnertassen glänzen auch heute noch in den Farben rot, gelb, braun und grün. Auf ihnen sind kleine Darstellungen von Hühnern, Pfingstrosen, Taglilien und Steinformationen zu sehen. Es gibt verschiedene Szenen, die eine Hühnerfamilie aus Hahn, Henne und Küken in der Natur zeigen. Sie picken auf die Nahrung ein oder beschützen ihre spielenden Küken. Ein reiches Dekor, das in seiner lebendigen Darstellung Familienglück verbildlicht. 

Schauen wir einmal auf die Unterseite der Tassen. Dort gibt es in blauer und weißer Glasur eine Aufschrift aus sechs Schriftzeichen, die besagt „Da Ming Cheng Hua Nian Zhi“, also „Made in the Chenghua Reign of the Great Ming Empire“. Nach der Chenghua-Ära lässt sich erkennen, wie die Qualität des am Kaiserhof hergestellten Porzellans sich allmählich verschlechterte. Erst in der Qing-Dynastie lebte sie wieder auf. Chenghua Porzellan hatte also bereits zuvor einen sehr guten Ruf. 

Die Tassen riefen sowohl bei Kaisern, als auch bei Literaten Bewunderung hervor. Kaiser Wanli (萬曆, Wànlì), der seit 1572 für ganze 48 Jahre lang regierte, erwarb laut historischen Aufzeichnungen ein Paar solcher Tassen für 100.000 Liang Silber. Das war damals bereits ein sehr hoher Preis. Sie können sich denken, dass der heutige Wert eines solchen Porzellans noch einmal weit höher liegt. So erzielte 2014 etwa ein Doucai Hühnerbecher bei einer Auktion von Sothebys in Hongkong den damaligen Weltrekordspreis für chinesische Keramik und erhielt den Zuschlag bei 281.240.000 HKD, umgerechnet etwa 36,05 Millionen US Dollar!

Mit dieser Rekordsumme für eine Weintasse aus Porzellan endet die heutige Folge des „Kleinen Museumsbesuchs“. Beim nächsten Mal, werden wir eine mythische Flussnymphe treffen.

Redaktion

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