Zun Weingefäß in Tierform mit Metalldraht und türkiser Einlage, Zeit der mittleren Streitenden Reiche v. Chr. 375-276, Copyright © National Palace Museum
Heute nimme Anna Bittner Sie wieder mit ins Nationale Palastmuseum. Beim „Kleinen Museumsbesuch“ hat sie mal wieder ein Objekt aus Bronze mitgebracht – ein so genanntes Zun Gefäß.
Das Gefäß hat die Form eines Huftiers, das die Ohren nach oben gespitzt hält, uns aus runden Augen anblickt, stabil auf allen vier Beinen steht und den Schwanz lässig baumeln lässt – eine insgesamt sehr realistisch aufgefasst Darstellung.
Das Zun Gefäß diente dem Weintrinken und stammt aus der Zeit der Streitenden Reiche (戰國時代, Zhànguó Shídài). Diese Zeit war zwischen 475 v. Chr. und 221 v. Chr. und wird so bezeichnet, weil es damals viele mächtige Fürstentümer gab, die schließlich nach jahrelangen Kämpfen durch das Reich der Qin unterworfen und vereinigt wurden. Dieses Ereignis gilt unter Historikern als das Ende der Antike in China und als der Beginn des Kaiserdynastien-Zeitalters.
In diese Zeit fällt also auch die Herstellung unseres Weingefäßes in Tierform. Es ist datiert auf 375-276 v. Chr. Der Wein wurde über die Öffnung auf der Rückseite, die mit einem Deckel verschlossen werden kann, eingefüllt. Das Maul bildet den Ausguss. Die Oberfläche des Materials ist schwarzbraun gefärbt und grün durchsetzt. Silberne Fäden verzieren das Gefäß und bilden abgewinkelte Wolkenmuster. Außerdem gibt es ein reiches Dekor aus Türkis-, Gold- und Silbereinlagen. Schließlich umhüllt ein Reif aus eingelegtem Gold den Hals des Tieres wie einen Kragen. Auch der Deckel ist geschmückt. Ihn zieren kostbare, drachenförmige Gold- und Silbereinlagen.
Solche Zun Gefäße wurden übrigens auch in anderen Formen gefunden. So gibt es zum Beispiel Drachen, Ochsen, Gänse und weitere Tiere.
Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und Sie sind auch beim nächsten Mal wieder mit dabei. Dann geht es um Katzen und Homophone

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