Im Rahmen der Ausstellung "A One and A Two: Edward Yang Retrospective" im Taipei Fine Arts Museum und dem Taiwan Film and Audiovisual Institute wird bis Ende Oktober die größte Sammlung von Werken des taiwanesischen Regisseurs in Taiwan präsentiert.
Edward Yang gilt als einer der bedeutendsten Regisseure Taiwans und hat insbesondere durch sein Mitwirken an der "Taiwan New Wave" das taiwanesische Kino maßgeblich beeinflusst. Dieser Filmstil veränderte das taiwanesische Kino der 1980er Jahre und konzentrierte sich vor allem auf einen realistischen Ansatz, der sich mit den alltäglichen Problemen gewöhnlicher Menschen auseinandersetzte. Diese Filmrichtung konnte nur aufgrund der Aufhebung des Kriegsrechts in Taiwan entstehen, das Kreativen mehr Freiheiten in ihrer Arbeit gewährte.
In seiner Arbeit wurde Edward Yang, der erst im Alter von über 30 Jahren seine Filmkarriere begann, vor allem vom deutschen Regisseur Werner Herzog inspiriert. Als prominentes Mitglied der in den 1960er und 70er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland populären Filmbewegung des "Neuen Deutschen Films" prägte Werner Herzog das Schaffen von Yang. Der "Neue Deutsche Film" bot einen neuen Blickwinkel auf das Kino, da die Filmschaffenden dieser Strömung sich von reinem Unterhaltungskino abwendeten und gesellschaftliche sowie politische Themen in den Mittelpunkt ihrer Werke stellten. Diesen Ansatz übernahm auch Yang für seine eigenen Arbeiten.
Die Werke von Yang erforschen die Schnittstelle zwischen Technologie und Kultur, Tradition und Moderne. Dadurch hinterfragt der Künstler kritisch die Gesellschaft und den Status quo. Dank dieser Herangehensweise besitzen Yangs Arbeiten auch heute noch Relevanz und untersucht in seiner Arbeit kritisch die taiwanesische Gesellschaft im Kontext ihrer Zeit.

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