Deutsche Investitionen in Taiwan auf einem Allzeithoch
Die genehmigten deutschen Investitionen in Taiwan haben in der ersten Jahreshälfte 2023 mit 977,1 Mio. USD einen noch nie dagewesenen Höchststand erreicht. Das berichtete das deutsche Wirtschaftsbüro Taipei und berief sich dabei auf die neuesten Statistiken, die von der Investitionskommission des Wirtschaftsministeriums am 20. Juli 2023 veröffentlicht wurden. Damit war Deutschland der zweitgrößte Investor in Taiwan, nur noch hinter Singapur (2,0 Mrd. USD), aber vor anderen Großinvestoren aus den Vereinigten Staaten (610,0 Mio. USD), den Britisch-Karibischen Territorien (592,4 Mio. USD), Großbritannien (512,6 Mio. USD) und Japan (495,5 Mio. USD).
Die meisten Investitionen wurden für Infrastrukturprojekte bewilligt, insbesondere für die Strom- und Gasversorgung (889,5 Mio. USD), auf die 91 % des Gesamtbetrags entfielen. Weitere wichtige Investitionsbereiche waren den Statistiken zufolge freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (51,7 Mio. USD), Information und Kommunikation (15,3 Mio. USD) sowie die verarbeitende Industrie (12,3 Mio. USD). Investitionen im verarbeitenden Gewerbe wurden in den Kategorien "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" und "Herstellung von Computern, elektronischen und optischen Erzeugnissen" genehmigt.
Quelle: Investitionskommission, Ministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten
Taiwan stellt Pläne für erneuerbare Energien vor und konzentriert sich auf drei Quellen
Taiwans aktueller Schwerpunkt bei den erneuerbaren Energien liegt auf der Entwicklung der Photovoltaik und der Offshore-Windenergie. Der Nationale Entwicklungsrat (NDC) hat 12 Schlüsselstrategien skizziert, in denen die Bedeutung zukunftsweisender Energiequellen wie geothermische Grundlast, Meeresenergie und Biomasse-Energie für den gesamten Sektor der erneuerbaren Energien hervorgehoben wird. Im Bereich der geothermischen Stromerzeugung hat sich das Land ehrgeizige Ziele für die kumulierte installierte Leistung gesetzt: 20 MW bis 2025, 56 bis 192 MW bis 2030 und 3 bis 6,2 GW bis 2050. Chun-Li Lee, der stellvertretende Generaldirektor des Energiebüros im Wirtschaftsministerium (MOEA), betonte eine politische Richtung, die Rechtsstaatlichkeit und Technologie kombiniert. Zu den konkreten Strategien dieses Ansatzes gehören die Optimierung des rechtlichen Rahmens für die Erschließung der Geothermie, die Überarbeitung des Gesetzes zur Entwicklung erneuerbarer Energien und die Festlegung von Antrags- und Prüfverfahren für die Erkundung, Erschließung und den Betrieb geothermischer Anlagen. Dennoch hängt die geothermische Stromerzeugung stark von der Erkundungstechnologie ab. Derzeit ist das staatliche Unternehmen Chinese Petroleum Corporation (CPC) der wichtigste Akteur im Bereich der geothermischen Explorationstechnologie in Taiwan. Die Chinese Petroleum Corporation arbeitet mit in- und ausländischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammen, um geothermische Erkundungen an verschiedenen Standorten, darunter Yilan und Taitung, durchzuführen. Was die Meeresenergie betrifft, so liegt das kumulative Ziel für die installierte Kapazität der Meeresenergieerzeugung bei 0,1 bis 1 MW bis 2030 und 1,3 bis 7,5 GW bis 2050. Bei der Planung der Meeresenergie wird der Schwerpunkt neben der Förderung der Beteiligung der Industrie durch politische Anreize auch auf der Ermittlung von vorteilhaften potenziellen Standorten liegen. Bei der Auswahl werden Gebiete von flach bis tief und von nah bis fern bevorzugt, während gleichzeitig Schlüsseltechnologien für eine schnelle Wartung im Meeresgebiet entwickelt werden. Die Überprüfung der Taifun- und Erdbebensicherheit zielt auf eine langfristige Stromerzeugung ab. Die östlichen Gewässer Taiwans verfügen über ein großes Potenzial für die Entwicklung der Meeresenergie. Derzeit hat die Taiwan Cement Corporation ihre Absicht bekundet, in der Nähe des Kraftwerks Hualien eine thermische Meeresenergieumwandlung zu entwickeln und mit dem Energietechnikunternehmen Asia Clean Capital (ACC) zusammenzuarbeiten, um Stromerzeugungseinheiten mit Temperaturunterschieden in der Tiefsee zu bauen. Darüber hinaus hat FLH Energy Technology Anfang 2023 das erste unabhängig entwickelte und kommerziell übertragbare Wellenenergieumwandlungsgerät Taiwans auf den Markt gebracht und damit die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich gezogen. Im Bereich der Biomasse-Energie hat die Regierung ein kumulatives Kapazitätsziel für die Stromerzeugung aus Biomasse festgelegt: 805 bis 1.329 MW bis 2030 und eine weitere Steigerung auf 1,4 bis 1,8 GW bis 2050. Um den Biomasse-Energiemarkt anzukurbeln, plant die Regierung den Einsatz von Einspeisevergütungsmechanismen (FIT) und Demonstrationsanreizen. Sie beabsichtigt die Technologie und das Fachwissen für die Verbrennung von Ziegeln aus Biomasse einzuführen und gleichzeitig einen Mechanismus für die Bereitstellung von Ressourcen und die Förderung groß angelegter Ziegelbrennsysteme einzurichten. Darüber hinaus werden Anstrengungen unternommen, um einheimische Ressourcen zu nutzen und die Technologien zur Brennstoffumwandlung zu diversifizieren, wobei auch die Wiederverwendung von Nebenprodukten aus der Biomasseverbrennung gefördert wird. Auf dem Biomasse-Energiemarkt fördern die Taiwan Power Company und die Taiwan Sugar Corporation derzeit aktiv die Stromerzeugung aus Biomasse durch Biogasanlagen bzw. kohlebefeuerte Stromerzeugungsanlagen. Kürzlich gab J & V Energy Technology seinen Plan bekannt, bis Ende 2023 in Pingtung, Südtaiwan, das erste Biomasse-Kraftwerk auf der Basis von landwirtschaftlichen Reststoffen zu errichten. Das Projekt soll im dritten Quartal 2024 fertiggestellt werden und im vierten Quartal offiziell den Betrieb aufnehmen.



RTI Radio Taiwan International
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