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fast 60% der deutschen Unternehmen in Taiwan sind optimistisch

  • 27-02-2024
Business News
Axel Limberg, der Generaldirektor des Deutschen Wirtschaftsbüros Taipei, überreicht den

Das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei hat am vergangenen Donnerstag den "German Business Confidence Survey Report 2023/2024" während seiner jährlichen Veranstaltung „Economic Outlook“ veröffentlicht. Aus diesem Bericht geht hervor, dass fast 60% der deutschen Unternehmen in Taiwan optimistisch sind, was die wirtschaftlichen Aussichten Taiwans in den nächsten drei Jahren angeht. Während der Veranstaltung am vergangenen Donnerstag wurde der "German Business Confidence Survey Report 2023/2024" offiziell an den stellvertretenden Wirtschaftsminister Chern-Chyi Chen überreicht.

Zu Beginn des „Economic Outlook“ sprachen Jörg Polster, Generaldirektor des Deutschen Instituts Taipeh und der stellvertretende Wirtschaftsminister Chern-Chyi Chen einige Begrüßungsworte. Alexander Hirschle, Director Taiwan and Philippines Asia-Pacific, GERMANY TRADE & INVEST, gab einen Überblick über die wirtschaftlichen Perspektiven nach der Wahl Taiwans, ehe dann Axel Limberg, der Generaldirektor des Deutschen Wirtschaftsbüros Taipeh eine Übersicht über die Ergebnisse der Umfrage gab, die er mit Erdal Elver, Präsident & CEO von Siemens Limited Taiwan diskutierte. Z.B. planen 48,5 % der Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren in Taiwan zu investieren, u. a. in die Ausbildung von Fachkräften und den Bau lokaler Produktionsstätten, was auf ein starkes Vertrauen in den taiwanischen Markt schließen lässt. Tatsächlich sind die deutschen Investitionen in Taiwan nach Angaben der Investitionskommission des Wirtschaftsministeriums im Vergleich zu 2022 deutlich gestiegen und werden 2023 insgesamt 1,55 Milliarden US-Dollar erreichen. Damit ist Deutschland der zweitgrößte ausländische Investor in Taiwan.

"Obwohl das Jahr 2023 für viele deutsche Unternehmen in Taiwan eine Herausforderung darstellt, sind sie aufgrund der sich allmählich entspannenden Lieferkettenkrise zunehmend optimistisch, was die Entwicklung Taiwans angeht. Die Tatsache, dass 48,5 % der befragten deutschen Unternehmen in den nächsten zwei Jahren in Taiwan investieren wollen, ist ein weiterer Beweis für ihr Vertrauen in den taiwanischen Markt", sagte der Generaldirektor des Deutschen Wirtschaftsbüros Taipeh, Axel Limberg, bei der Bekanntgabe der Umfrageergebnisse. 

Das globale Wirtschaftswachstum (59,2 %) und das Wirtschaftswachstum Taiwans (54,1 %) bleiben die größten Sorgen der Unternehmen. Darüber hinaus bleiben die Beziehungen in der Taiwanstraße wie im letzten Jahr die drittgrößte Sorge (54,1 %), dabei werden die eskalierenden Spannungen zunehmend als Belastung empfunden: Mehr als ein Drittel der Lieferketten wurden bereits negativ beeinflusst, und immer mehr Unternehmen erwarten, dass ihre künftigen Geschäftsaktivitäten beeinträchtigt werden.
Eines der drängendsten innenpolitischen Probleme für deutsche Unternehmen in Taiwan ist nach wie vor die Rekrutierung von Fachkräften und Personal. Fast zwei Drittel (64,9 %) berichteten von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit geeignetem Personal. Techniker (49,2 %) und Ingenieure (41,3 %) waren die am häufigsten genannten offenen Stellen. Um der Herausforderung der Rekrutierung von Spitzenkräften zu begegnen, befürwortet die überwiegende Mehrheit der Unternehmen (74,5 %) die Einrichtung einer dualen Berufsausbildung, die Theorie und Praxis auf außeruniversitärem Niveau verbindet. Laut den letzten acht "German Business Confidence Survey Reports" hat die Investitionsbereitschaft der in Taiwan tätigen deutschen Unternehmen einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2015 waren nur 15 % der Unternehmen bereit, in den nächsten zwei Jahren in Taiwan zu investieren. Diese Zahl stieg auf 48,5 % im Jahr 2023. Investitionen in Mitarbeiterentwicklung und -schulung (64,6 %) haben für deutsche Unternehmen nach wie vor höchste Priorität, gefolgt von Vertrieb, Marketing und Geschäftsentwicklung (60,4 %). Darüber hinaus planen in diesem Jahr mehr Unternehmen Investitionen in Produktionsanlagen (35,4 %), ein Anstieg um 10,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (25,0 %), was auf die wachsende Bedeutung der lokalen Entwicklung für Unternehmen hinweist.

Nach einem schwierigen Jahr 2023 sind die deutschen Unternehmen in Taiwan optimistischer, was die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans im Jahr 2024 angeht. Fast jedes zweite Unternehmen (45,9 %) erwartet eine Verbesserung der taiwanischen Wirtschaft, ein deutlicher Anstieg um 22,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose für die nächsten drei Jahre ist sogar noch optimistischer: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (59,2 %) geht davon aus, dass sich Taiwans Wirtschaft verbessern (48,0 %) oder deutlich verbessern (11,2 %) wird.

Im Anschluss an die Präsentation der Ergebnisse der Umfrage betraten dann Vertreter einiger namhafter deutscher Unternehmen in Taiwan die Bühne. In drei Podiumsdiskussionen sprachen sie über den den aktuellen Stand und die Visionen ihrer Geschäftsbereiche. Gemeinsam diskutierten sie die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung und die Herausforderungen in Deutschland und Taiwan und gaben Prognosen für Schlüsselindustrien und Zukunftsperspektiven ab.
Die Referenten:
l Herr Erdal Elver, Präsident & CEO, Siemens Limited Taiwan
l Herr Rahil Ansari, Vorstandsvorsitzender, Volkswagen Group Taiwan
l Herr Eun Choong Kim, Präsident und CEO, Mercedes-Benz Taiwan
l Herr Patrick Kemnitz, Geschäftsführer, Trumpf Taiwan
l Herr Andreas Schmidt, Vorsitzender und Geschäftsführer, Robert Bosch Taiwan Co, Ltd.
l Dr. John Lee, Geschäftsführer, Merck-Gruppe in Taiwan
l Herr Chee How Tan, Geschäftsführer, Infineon Technologies Taiwan Co. Ltd.
Die Umfrage zum Geschäftsklima (BCS) 2023/2024 wurde zwischen dem 15. November 2023 und dem 12. Januar 2024 durchgeführt. Die Rücklaufquote lag bei 39 % der 251 angeschriebenen Befragten.
 

Redaktion

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