Taipei 08. März - Der frühere Vorsitzende des Kontrollhofs, Wang Chien-hsien (王建煊), hat heute bekannt gegeben, dass er bei den Präsidentschaftswahlen 2024 als unabhängiger Kandidat antreten werde. Mit seinem Programm möchte er sich für eine „friedliche Vereinigung mit dem Festland zur Rettung Taiwans“ einsetzen.
In einem Exklusivinterview mit der Radiosendung “POP Hit the News” sagte der 84-jährige Wang, daß er das Gefühl habe, die Kuomintang stünde einer Wiedervereinigung ambivalent gegenüber, während die Demokratische Fortschrittspartei für Taiwans Unabhängigkeit einstünde. Laut Wang seien unterschiedliche politische Ansichten für Taiwan zwar gut, jedoch könnte gerade diese Uneinigkeit zum Untergang Taiwans führen, sollte China sich dazu entschließen, einzumarschieren. Eine friedliche Vereinigung Taiwans mit dem chinesischen Festland sei seiner Meinung nach das Beste für Taiwan, das chinesische Festland und den Rest der Welt.
Gemäß Taiwans Wahlgesetzen muss Wang bis September etwa 282.104 Unterschriften sammeln, was 1,5 % der registrierten Wähler der letzten nationalen Wahlen entspricht. Nur mit diesen könnte er kandidieren.
Derzeit sind die Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), die Kuomintang (KMT) und die Volkspartei Taiwans (TPP) berechtigt, Präsidentschaftskandidaten auf der Grundlage früherer Wahlen zu nominieren. Potenzielle Kandidaten zu diesem Zeitpunkt sind der Vizepräsident und DPP-Vorsitzende Lai Ching-te (賴清德), der Bürgermeister von Neu-Taipeh Hou Yu-ih (侯友宜) von der KMT und der ehemalige Bürgermeister von Taipeh Ko Wen-je (柯文哲) von der TPP. Foxconn-Gründer und Milliardär Terry Gou (郭台銘 Guōtáimíng), der im Februar annoncierte, zur KMT zurückzukehren, hat ebenfalls sein Interesse bekundet. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aber bereits zu spät für ihn, um für die Präsidentschaftswahlen 2024 zu kandidieren.