Taipei, 04. Oktober - 100 Tage vor der Präsidentschaftswahl haben taiwanische Arbeitergruppen gegen niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen protestiert und sieben Forderungen an die vier Präsidentschaftskandidaten gestellt. Zu den Forderungen gehören die Anhebung des Mindestlohns auf 30.000 Taiwandollar pro Monat (884 Euro), die Erhöhung der Überstundenvergütung und die Anhebung der Grundrenten. Sie fordern außerdem mehr nationale Feiertage und eine Senkung der Zahl der für die Gründung einer Gewerkschaft erforderlichen Arbeitnehmer auf zehn.
Der Protest bezog sich auch insbesondere auf das jüngste Ereignis, bei dem sechs Arbeiter und vier Feuerwehrleute bei einem Fabrikbrand im Kreis Pingtung getötet wurden. Das Unternehmen, das die Fabrik betrieb, hatte bereits mehrfach gegen Arbeitssicherheits- und Arbeitsgesetze verstoßen und außerdem die Brandschutzvorschriften nicht eingehalten. Dennoch fallen die Feuerwehrleute nicht unter das Arbeitsschutzgesetz und Arbeitgeber, die durch Fahrlässigkeit im Arbeitsschutz Todesfälle verursachen, können deswegen nicht strafrechtlich belangt werden. Darüber hinaus fordern die Protestanten, dass es Feuerwehrleuten gestattet sein sollte, sich gewerkschaftlich zu organisieren, da sie derzeit als Beamte gelten und nach taiwanischem Recht von der Gewerkschaftsbildung ausgeschlossen sind.