Taipei 11. Januar 2024. Das Taiwan Climate Action Network (TCAN) hat die Klimapolitik der Präsidentschaftskandidaten im Vorfeld der bevorstehenden Wahlen analysiert. Die Bewertung basiert auf offiziellen Wahlwebsites, politischen Meinungsäußerungen, Debatten und Medieninterviews.
Die CO2-Reduktionsziele für 2030 der drei Hauptkandidaten lauten wie folgt: Lai Ching-te (賴清德) von der DPP bekräftigt das bestehende Ziel einer Reduzierung um 24 ± 1 %, während Hou Yu-ih (侯友宜) von der KMT 30 % und Ko Wen-je (柯文哲) von der TPP sogar 40 % vorschlägt. Das TCAN äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit von Kos ehrgeizigem Reduktionsziel.
In Bezug auf CO2-Bepreisung wurde festgestellt, dass Lai und Hou für eine CO2-Steuer plädieren, während nur Ko sich klar zur Förderung einer solchen Steuer in der Zukunft verpflichtet hat. Dennoch fehlen allen Kandidaten umfassende mittel- bis langfristige Pläne.
Der Forschungsdirektor des TCAN, Chao Chia-wie (趙家緯), merkte an, dass die Kandidaten übersehen haben, dass mehr als die Hälfte der Emissionen Taiwans aus dem Industriesektor stammen. Chao betont, dass trotz der Versprechen zur Erreichung von Netto-Null keiner der Kandidaten konkrete Maßnahmen zur Bewältigung von Industrieemissionen vorgeschlagen hat, was die Erreichung der 2030-Ziele erschweren könnte.
Mehr Informationen über die Wahlen 2024: https://election2024.rti.org.tw/de