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IOC kritisiert irreführende Berichterstattung zu taiwanischer Boxerin Lin Yu-ting

  • 02-08-2024
IOC kritisiert irreführende Berichterstattung zu taiwanischer Boxerin Lin Yu-ting
Seitdem Fragen über einen nicht-bestandenen Geschlechtstest im vergangenen Jahr in internationalen Medien die Runde gemacht haben, ist der heutige Olympia-Auftritt der taiwanischen Boxerin Lin Yu-ting (林郁婷) zum Politikum geworden. (Foto: Facebook)

Taipei – 2. August 2024. Es lastet nicht wenig Druck auf ihr: Seitdem Fragen über einen nicht-bestandenen Geschlechtstest im vergangenen Jahr in internationalen Medien die Runde gemacht haben, ist der heutige Olympia-Auftritt der taiwanischen Boxerin Lin Yu-ting (林郁婷) zum Politikum geworden.

Die Zeitung “The Guardian” hatte am 29. Juli berichtet, dass die Internationale Vereinigung des Boxsportes (IBA) Lin und die algerische Boxerin Imane Khelif von der Teilnahme an den Boxweltmeisterschaften 2023 disqualifiziert hatte. An den Olympischen Spielen würden beide trotzdem teilnehmen. Dabei beriefen sie sich auf einen russischen Medienbericht, demzufolge DNA-Tests gezeigt hätten, dass beide Athletinnen XY-Chromosome hätten. 

Diese Berichte wurden wiederum aufgegriffen, auch von der für ihre transfeindlichen Aussagen bekannten Autorin Joanne K. Rowling. Die IBA veröffentlichte am 31. Juli ein Statement, in dem sie ihre Entscheidung, Lin und Khelif zu disqualifizieren, bekräftigte. Sie stellte auch klar, dass es sich bei dem Test nicht um einen Testosteron-Test gehandelt habe, allerdings wären Details des Tests “vertraulich”. Es ist daher unklar, ob es überhaupt einen DNA-Test der Athletinnen gab. 

Wie die Zeitung “Taiwan News” berichtete, ist Lin Yu-ting seit ihrer Geburt als weiblich registriert und nimmt auch seit jeher in der weiblichen Kategorie an Boxwettkämpfen teil.  Die 28-jährige fing im Alter von 13 Jahren mit dem Boxen an, um nach eigener Aussage ihre Mutter vor der häuslichen Gewalt ihres Vaters zu schützen. 

Am 1. August meldete sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu Wort und betonte: “Jeder hat das Recht, ohne Diskriminierung Sport zu betreiben”. Das Statement kritisierte die irreführende Berichterstattung über die beiden Athletinnen und stellte klar, dass beide seit vielen Jahren in der weiblichen Kategorie an internationalen Boxwettkämpfen teilnehmen. Die Disqualifizierung durch die IBA sei sehr plötzlich und ohne ordentliches Verfahren geschehen. Ursprünglich sei die Entscheidung lediglich von Generalsekretär und Geschäftsführer getroffen worden und wurde erst später durch den Vorstand ratifiziert. Als Reaktion auf das Statement des IOC veröffentlichte die IBA am 1. August ein weiteres Statement, in der sie ihre Entscheidung mit der Sicherheit der Athletinnen begründeten.

Die IBA steht schon seit Jahren in der Kritik. Nachdem die IBA 2019 durch das IOC auf Grund einer Reihe an Skandalen suspendiert wurde, wurde ihr 2023 das Recht entzogen, die Olympischen Boxwettkämpfe auszutragen

Im Interview mit taiwanischen Fernsehmedien sagte Lin Yu-ting zu der Kontroverse, ihre Gegner hätten wohl Angst vor ihr und würden daher aus Fehlern Zeitungsartikel machen. Sie würde dadurch im Boxring nur noch besser auftreten.

Nach ihrer Ankunft in Paris hatte sie viele Nachrichten von Familie und Freunden erhalten. Sie bat darum, dass man sich keine Sorgen um sie machen solle; seit sie in Paris sei, würde sie sich voll und ganz auf die Wettkampfvorbereitung konzentrieren. Sowohl Präsident Lai Ching-te wie auch die ehemalige Präsidentin Tsai Ing-wen haben heute auf Social Media ihre Unterstützung für Lin Yu-ting ausgedrückt. 

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