Taipei, 20. November - Taiwans Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) hat seine erste Europareise begonnen und ist in Belgien eingetroffen. Dort besuchte er das belgische Parlament und wurde gestern, 19. November, im Europäischen Parlament von mehreren Abgeordneten herzlich empfangen. Heute wird er mit Vertretern der taiwanischen Drohnenindustrie nach Litauen reisen.
Die Europaabgeordnete Rasa Juknevičienė, ehemalige Verteidigungsministerin Litauens, berichtete auf der Plattform X über ihr Treffen mit Lin Jialong und dem ehemaligen taiwanischen Vertreter in Litauen, Eric Huang (黃鈞耀). Sie betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Am 15. November gab es Berichte, dass das litauische Unternehmen Teltonika die Zusammenarbeit mit Taiwan im Halbleiterbereich zunächst eingestellt habe. Grund dafür seien Probleme auf der litauischen Seite; langsame Regierungsprozesse bei der Umwidmung von Land sowie unzureichende Stromversorgung.
Der designierte litauische Premierminister Gintautas Paluckas hat während des Wahlkampfs erklärt, dass Litauen die diplomatischen Beziehungen zu China wieder normalisieren sollte. Dies hat Lins Besuch in Litauen in den Fokus der europäischen Medien gerückt. Neben Juknevičienė traf Lin auch auf Kathleen Van Brempt, Vizevorsitzende des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, sowie auf deutsche EU-Abgeordnete wie Engin Eroglu, neuer Vorsitzender der EU-China-Delegation, und Michael Gahler, Vorsitzender der Taiwan-Freundschaftsgruppe im Europaparlament, der Taiwan Ende Oktober mit einer Delegation besucht hat.
Vom 17. bis zum 24. November wird Taiwans Außenminister Lin eine Delegation von Vertretern von zwanzig taiwanischen Drohnenunternehmen nach Litauen führen. Nach Angaben des Außenministeriums besteht Lins Hauptziel in Europa darin, Litauen zu besuchen, um Geschäftsbeziehungen mit europäischen Unternehmen aufzubauen.