Taipei, 11. Dezember - Taiwans ehemaliger Präsident der oppositionellen KMT-Partei, Ma Ying-jeou (馬英九), wird vom 18. bis 26. Dezember mit einer Gruppe von Studierenden der Ma Ying-jeou Stiftung nach China reisen. Auf Einladung der chinesischen Seite wird er am „Cross-Strait Conference“ in Harbin teilnehmen und anschließend Chengdu in der Provinz Sichuan besuchen. Laut Hsiao Hsu-tsen (蕭旭岑), dem Geschäftsführer der Ma Ying-jeou Stiftung, soll die Reise den Austausch zwischen jungen Menschen aus Taiwan und China fördern und eine Brücke für den Frieden zwischen beiden Seiten bauen.
Die Ma Ying-jeou Stiftung betonte, dass Ma regelmäßig die Bedeutung von Jugendbegegnungen hervorhebe, um Missverständnisse zu reduzieren und Konflikte in der Zukunft zu vermeiden. Die Stiftung sieht die Reise als Beitrag zur Förderung des Dialogs zwischen Taiwan und China, insbesondere in einer Zeit angespannter internationaler Beziehungen. Ziel sei es, die Beziehungen auf zivilgesellschaftlicher Ebene zu stärken und Missverständnisse abzubauen.
Die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) kritisierte die geplante Reise scharf. Wu Si-yao (吳思瑤), Generalsekretärin der DPP-Fraktion im Parlament, warf Ma vor, „zur falschen Zeit das Falsche zu tun“. Sie erklärte, dass Ma bereits zuvor durch den Empfang einer chinesischen Jugenddelegation in Taiwan Spannungen und Spaltungen verursacht habe. Solche Aktionen würden die Unterschiede zwischen Taiwans demokratischer Lebensweise und Chinas autoritärem System nur weiter vertiefen.
Wu forderte zudem Taipeis Bürgermeister Chiang Wan-an (蔣萬安) auf, bei der Organisation des bevorstehenden Städteforums mit Shanghai aus Ma Ying-jeous Fehlern zu lernen. Sie warnte davor, dass schlecht geplante Veranstaltungen die Position Taiwans schwächen und zu weiteren Protesten führen könnten.