Taipei – 2. Januar 2025. Am heutigen Donnerstag hat sich die taiwanische Festlandkommission zu der Behauptung geäußert, dass über 100 000 Taiwaner im Besitz eines chinesischen Personalausweises - und damit de-facto der chinesischen Staatsbürgerschaft, seien.
Diese Aussage entstammt dem zweiten Teil einer Dokumentation des taiwanischen Youtuber Ba Jiong (八炯) über chinesische Einflussnahme auf Taiwan. Das Video wurde am vergangen Samstag, den 28. Dezember, veröffentlicht; schon der erste Teil der Dokumentation hatte zu Diskussionen über die “United Front” Taktik der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) geführt.
Der stellvertretende Vorsitzende der Festlandkommission Liang Wen-jie (梁文傑) sagte am heutigen Donnerstag, dass in den vergangenen 10 Jahren insgesamt 679 Taiwanern aufgrund der Annahme der chinesischen Staatsbürgerschaft die taiwanische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Derzeit würde man prüfen, wie viele Taiwaner einen chinesischen Personalausweis haben, um die Aussage aus der Dokumentation zu überprüfen.
Liang Wen-jie sagte weiter, die Bestimmungen über die Beziehungen zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Taiwanstraße (臺灣地區與大陸地區人民關係條例) regelten, dass Taiwaner keine Haushaltsregistrierung oder einen Reisepass auf dem Festland beantragen dürfen. Bei Zuwiderhandlung droht die Annullierung der taiwanischen Haushaltsregistrierung, Personalausweis sowie Reisepass.
Nach der chinesischen Rechtslage müssten Taiwaner bei der Beantragung einer Haushaltsregistrierung oder eines Personalausweises ihre taiwanischen Ausweisdokumente bei der Abholung des neuen Personalausweises abgeben, so Liang Wen-jie. Wenn sie, wie in der Dokumentation behauptet, die taiwanischen Ausweisdokumente behalten können, müsse man herausfinden, ob die Zentralregierung davon wisse, oder ob es sich um Korruption auf der unteren Ebene handele.