Taipei, 15. Januar - Im Fall des Mordes an einer 24-jährigen malaysischen Studentin der Chang Jung Universität am 28. Oktober 2020 hat das Gericht in Kaohsiung in der erneuten Verhandlung den Angeklagten Liang Yu-zhi erneut zum Tode verurteilt. Es handelt sich um den ersten Fall, in dem nach der Verfassungsentscheidung zur Todesstrafe im Jahr 2024 ein Todesurteil bestätigt wurde. Das Gericht begründete die Entscheidung mit der grausamen Vorgehensweise des Täters und seiner fehlenden Aussicht auf Resozialisierung.
Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2020, als die Studentin auf dem Weg von der Universität zu ihrem Wohnheim von Liang angegriffen wurde. Er vergewaltigte sie, schlug sie, strangulierte sie mit einem Seil, zog sie in sein Auto und tötete sie. Anschließend ließ er die Leiche in einem abgelegenen Berggebiet in Kaohsiung zurück. Das Gericht stellte fest, dass Liang die Tat lange geplant hatte und gezielt eine abgelegene Stelle wählte, um die Studentin zu überfallen.
Das Gericht betonte, dass Liang mit außergewöhnlicher Brutalität vorging. Die Autopsie ergab schwere Verletzungen, darunter gerissene Stimmbänder und Luft im Herzen, die durch die Gewalt verursacht wurden. Zudem wurde festgestellt, dass Liang eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hat und ein hohes Risiko für Wiederholungstaten besteht. Das Gericht sah daher keine Möglichkeit zur Resozialisierung und entschied einstimmig für die Todesstrafe.
Das Urteil kann noch angefochten werden. Der Fall hat in Taiwan große Aufmerksamkeit erregt, da er die erste Anwendung der neuen rechtlichen Vorgaben zur Todesstrafe darstellt, die vorsieht, daß eine Todesstrafe bei schwerem Mordvergehen verfassungskonform sei. Das Gericht betonte, dass die Tat zu den schwersten Verbrechen zähle und die Todesstrafe daher gerechtfertigt sei.