Taipei – 20. März 2025. Die taiwanische Regierung untersucht derzeit, ob Taiwaner im Besitz chinesischer Personalausweise sind. Nach Angaben der Innenministerin Liu Shih-fang (劉世芳) wird derzeit gegen mehr als 40 Personen ermittelt, bei 14 Personen wurde die taiwanische Haushaltsregistrierung bereits aufgehoben.
Die dem Innenministerium unterstehende Haushaltsregistierungsbehörde sagte, mit der Aufhebung der taiwanischen Haushaltsregistrierung erlischt auch der taiwanische Personalausweis. Damit verliere man auch alle damit verbundenen Privilegien wie Krankenversicherung und Pass; betroffene Regierungbehörden würden über den Vorgang informiert werden.
Wenn man zu einem “Festlandbürger” (大陸地區人民) wird, müsse man nach den entsprechenden Vorschriften für Festlandbürger eine Einreiseerlaubnis für Taiwan beantragen. Was die Wiedererlangung der taiwanischen Haushaltsregistrierung angehe, so sei dies nach Angaben des Innenministeriums nicht so einfach, und würde sich nach den “Bestimmungen über die Beantragung einer Erlaubnis zur Wiedererlangung der taiwanischen Identität für Festlandsbürger die ehemals in Taiwan eine Haushaltsregistrierung hatten” (在台原有戶籍大陸地區人民申請回復台灣地區人民身分許可辦法) richten.
Ende Dezember 2024 hatte eine Dokumentation Vorwürfe erhoben, wonach unzählige Taiwaner im Besitz eines chinesischen Personalausweises seien. Der stellvertretende Vorsitzende der Festlandkommission Liang Wen-jie (梁文傑) sagte damals, die Bestimmungen über die Beziehungen zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Taiwanstraße (臺灣地區與大陸地區人民關係條例) regelten, dass Taiwaner keine Haushaltsregistrierung oder einen Reisepass auf dem Festland beantragen dürfen. Nach der chinesischen Rechtslage müssten Taiwaner zudem bei der Beantragung einer Haushaltsregistrierung oder eines Personalausweises in China ihre taiwanischen Ausweisdokumente abgeben.