Taipei – 30. März 2018. Das Außenministerium verfolgt eigenen Angaben zufolge weiter die Annäherung zwischen dem Vatikan und China. Medien hatten zuvor berichtet, dass sich die Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über das Recht, Bischöfe zu ernennen, offenbar einem Abschluss nähern. Demnach könnte eine Vereinbarung bereits morgen, Samstag, den 31. März unterzeichnet werden.
Der Vatikan ist der einzige europäische Staat, der noch diplomatische Beziehungen zur Republik China (Taiwan) unterhält. Seit zwei Jahren befindet sich der Verbündete allerdings in Gesprächen mit China, welches das Recht, katholische Würdenträger zu benennen, entgegen Kirchentradition für sich beansprucht. Papst Franziskus erhofft sich von den Verhandlungen größeres Mitspracherecht in der offiziellen katholischen Kirche in China.
In einem Interview sagte Premierminister William Lai, dass die Verhandlungen keiner Anbahnung von diplomatischen Beziehungen gleichkämen, und dass Taiwan sich sehr bemühen werde, die Beziehung zum Vatikan stabil zu halten.
Das Außenministerium betonte, dass die Gespräche zwar religiöser, und nicht politischer Natur seien, Auswirkungen für Taiwan aber nicht geschlossen werden könnten. China beschneide weiterhin die Würde und den internationalen Handlungsspielraum Taiwans. Auch wenn in naher Zukunft keine Veränderungen in der Beziehung zum Vatikan zu erwarten seien, werde man die weiteren Entwicklungen genau verfolgen.
Der Sprecher des Außenministeriums Andrew Lee sagte: „Wir werden die Unterzeichnung des Abkommens und die darauffolgenden Entwicklungen mit großer Ernsthaftigkeit beobachten. In Anbetracht der guten gegenseitigen Beziehungen erhoffen wir uns vom Vatikan, dass er weiter mit uns nach dem Schutz der Religionsfreiheit, des Friedens und der Humanität strebt.”